Montag, 29. Oktober 2007

Horse Trekking in Lesotho


Neues Wochenende - neue Reise!

Dieses Mal ging es mit 11 anderen deutschen Praktikanten nach Lesotho zum Horse Trekking. Lesotho ist ein kleines unabhaengiges Koenigreich, welches wie eine Insel im Suedosten von Suedafrika liegt, umschlossen von den Drakensbergen. Soweit zur geographischen Lage (siehe auch die kleine weisse Enklave auf der bunten SA-Karte).

Los ging es am Freitag um 18 Uhr mit 3 Autos. Angekommen sind wir nach einer strapazioesen Nachtfahrt gegen 2 Uhr nachts, wo wir unsere kleinen runden Huetten mit Strohdach zu zweit bezogen haben. Strom gab es keinen, dafuer aber immerhin eine Kerze, mit welcher Linda zunaechst einmal die Huette nach Ungeziefer absuchte, aber gluecklicherweise keines auffinden konnte.

Nach 4h Schlaf und einem reichhaltigen Fruehstueck wurden unsere Pferde gesattelt. Die Pferde sahen ziemlich duerr aus, sollten aber entweder uns und unseren Proviant oder aber unsere Gepaeckstaschen tragen. Die Reise ging wortwoertlich ueber Stock und Stein. Die Pferde mussten teilweise heftigste Wege laufen, die extrem steil und mit vielen Steinen uebersaeht waren waren und wo es links schoen tief den Abhang runterging. Wir mussten auch ueber kniehohe Fluesse durchqueren, die steilen, steinigen Berge wieder hochreiten usw. Zwischendurch passierten wir immer wieder kleine Doerfer, die aus besagten kleinen runden Huetten und einem Wellblechdach-Plumpsklo bestanden, wo die Bewohner uns mit grosser Freude empfinden. Die Kinder kamen immer sofort an den Weg gerannt und riefen ihre auswendig gelernten englischen Saetze bzw. Wortfetzen: "Bye bye!", "My name is jfdkslmxoro", "I love you" und - ganz beliebt: "Give me sweets" Leider hatten sie irgendwie vergessen, die Woerter "Bitte" und "Danke" mitzulernen. Wenn man den Kindern dann einmal Sweets gegeben hatte, wurde man sie auch nicht mehr los, sie liefen ewig lang neben unserer "Reiterstaffel" her und wollten immer mehr. Schon verstaendlich irgendwie, denn die Leute auf dem Land dort haben wirklich nicht viel. Sie wohnen in ihren Huetten und leben von ihren angebauten Lebensmitteln zum Eigenkonsum. Ich habe mich gefragt, wie diese Leute wohl den Tag rumkriegen, konnte aber zu keiner Antwort kommen. Manche Huetten hatten, woher auch immer, aber sogar Musik. Viele Einheimischen betrinken sich jeden Tag und nicht wenige rauchen auch Marihuana.

Wie simpel das Leben aber wirklich ist, merkten wir, als wir in einem solchen Dorf uebernachteten. Zu 12 Leuten teilten wir uns 2 runde Huetten, die mit duennen Matten ausgestattet waren. Hygienische Moeglichkeiten gab es sogut wie gar nicht. Zum Waschen gab es einen Wassereimer und die Toilette bestand aus einer Wellblechthuette mit einem Loch im Boden. Wo die Leute sich waschen, wurde nicht klar, aber hoechstwahrscheinlich im Fluss im ca. 1h entfernten Tal. Um 19 Uhr ist der Tag auch schon vorbei, da nach Einbruch der Dunkelheit nichts mehr geht. Elektrizitaet gibt es nicht.

Bei der Ankunft im Dorf wurden wir noch von einem von Marihuana betaeubten, nicht englisch sprechendem Guide namens "Trust" (*lach*) auf einer zweistuendigen Wanderung zum Wasserfall gefuehrt. Dass auf diesem Weg keiner abgestuerzt ist, grenzte fast an ein Wunder. ;) Auf dem Rueckweg kamen wir in den Genuss, den Sonnenuntergang ueber den Berggipfeln zu bewundern - fuer Romantiker wie mich liess der natuerlich das Herz hoeher schlagen. Bei dieser Gelegenheit lernte Trust auch sein erstes deutsches Wort von mir, welches er danach 100x wiederholte: "Wunderschoen!" :)

Nach versuchten Kochaktionen im Dunkeln und einem wieder romantischen Lagerfeuer bezogen wir schon um 9 Uhr unser Schlafquartier, in welchem wir uns zu Sechst aneinander kuschelten. Aufgrund der Strapazen des Tages schlief zumindest ich auch recht gut.

Am naechsten Morgen um 7 Uhr ritten wir weiter, dieses Mal allerdings bei strahlendem Sonnenschein, nachdem es am Vortag zwischendurch geregnet hatte. Da nicht immer alle Pferde gleich schnell waren, entstanden zwei Gruppen. Gluecklicherweise gehoerte mein Pferd zur schnelleren Sorte, so dass kurz vor der Ankunft am Pferdehof sogar ein 20-minuetiger Galopp drin war, damit ich auch ja nicht ohne Rueckenschmerzen nach Hause gehen musste. ;) Zwei Pferde brachen am finalen Anstieg sogar noch zusammen, denn der Weg war einfach too much fuer manche. Im Nachhinein ist die Strecke eigentlich Tierquaelerei gewesen, vor allem, weil die Tiere auch nix auf den Rippen hatten.

Vollkommen fertig mit der Welt, aber mit vielen wunderschoenen landschaftlichen Eindruecken fuhren wir am Sonntag um 15 Uhr wieder nach Hause.






Fazit: Tolle Gruppe, wunderschoene Landschaft, nette Einheimische, arme Doerfer und eine insgesamt anstrengende, aber lohnenswerte Reise.

5 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

mann wie cool ist das denn? will ich auch machen! tolle fotos!!

Anonym hat gesagt…

Total schön Andrea!! Also um die Kinder mach dir mal keine Sorgen, denn wenn da jeden tag Touristengruppen ankommen und denen Essen, Süßigkeiten und was weiß ich nicht mitbringen, dann geht es denen nicht schlecht:-)(war in Thailand auch so)
Die Pferde und Ihr habt es da wphl schlimmer erwischt:-)! Also demnächst keine Süßigkeiten für die Kinder, sondern ein Kraftwerk einpacken und Heu für die Pferde! Liebe Grüße aus Helsinki
Julia

Anonym hat gesagt…

YEGUAAAA!

Dein Blog ist echt toll, es war voll interessant, ihn zu lesen! Da bekommt man so richtig Fernweh...

Ich wünsche dir so, dass du eine wunderbare Zeit da drüben hast! Jetzt habe ich ja auch deine Handynummer und werde dich ganz bald mal anrufen!

che, no sabes cuanto te extranio... hay tantas cosas para contarte!!!
quiero q sepas q nunca me olvido de vos, te quiero muchooooooooooo!!

Jo hat gesagt…

YEAH!! das hört sich ja echt mal geil an :D
und sooo schöne bilder!

Markus hat gesagt…

Hammer!, ich bin neidisch, sehr neidisch. Nein super schöne Bilder, und es macht Spaß zu lesen, will mehr haben!

ciao