Montag, 29. Oktober 2007

Horse Trekking in Lesotho


Neues Wochenende - neue Reise!

Dieses Mal ging es mit 11 anderen deutschen Praktikanten nach Lesotho zum Horse Trekking. Lesotho ist ein kleines unabhaengiges Koenigreich, welches wie eine Insel im Suedosten von Suedafrika liegt, umschlossen von den Drakensbergen. Soweit zur geographischen Lage (siehe auch die kleine weisse Enklave auf der bunten SA-Karte).

Los ging es am Freitag um 18 Uhr mit 3 Autos. Angekommen sind wir nach einer strapazioesen Nachtfahrt gegen 2 Uhr nachts, wo wir unsere kleinen runden Huetten mit Strohdach zu zweit bezogen haben. Strom gab es keinen, dafuer aber immerhin eine Kerze, mit welcher Linda zunaechst einmal die Huette nach Ungeziefer absuchte, aber gluecklicherweise keines auffinden konnte.

Nach 4h Schlaf und einem reichhaltigen Fruehstueck wurden unsere Pferde gesattelt. Die Pferde sahen ziemlich duerr aus, sollten aber entweder uns und unseren Proviant oder aber unsere Gepaeckstaschen tragen. Die Reise ging wortwoertlich ueber Stock und Stein. Die Pferde mussten teilweise heftigste Wege laufen, die extrem steil und mit vielen Steinen uebersaeht waren waren und wo es links schoen tief den Abhang runterging. Wir mussten auch ueber kniehohe Fluesse durchqueren, die steilen, steinigen Berge wieder hochreiten usw. Zwischendurch passierten wir immer wieder kleine Doerfer, die aus besagten kleinen runden Huetten und einem Wellblechdach-Plumpsklo bestanden, wo die Bewohner uns mit grosser Freude empfinden. Die Kinder kamen immer sofort an den Weg gerannt und riefen ihre auswendig gelernten englischen Saetze bzw. Wortfetzen: "Bye bye!", "My name is jfdkslmxoro", "I love you" und - ganz beliebt: "Give me sweets" Leider hatten sie irgendwie vergessen, die Woerter "Bitte" und "Danke" mitzulernen. Wenn man den Kindern dann einmal Sweets gegeben hatte, wurde man sie auch nicht mehr los, sie liefen ewig lang neben unserer "Reiterstaffel" her und wollten immer mehr. Schon verstaendlich irgendwie, denn die Leute auf dem Land dort haben wirklich nicht viel. Sie wohnen in ihren Huetten und leben von ihren angebauten Lebensmitteln zum Eigenkonsum. Ich habe mich gefragt, wie diese Leute wohl den Tag rumkriegen, konnte aber zu keiner Antwort kommen. Manche Huetten hatten, woher auch immer, aber sogar Musik. Viele Einheimischen betrinken sich jeden Tag und nicht wenige rauchen auch Marihuana.

Wie simpel das Leben aber wirklich ist, merkten wir, als wir in einem solchen Dorf uebernachteten. Zu 12 Leuten teilten wir uns 2 runde Huetten, die mit duennen Matten ausgestattet waren. Hygienische Moeglichkeiten gab es sogut wie gar nicht. Zum Waschen gab es einen Wassereimer und die Toilette bestand aus einer Wellblechthuette mit einem Loch im Boden. Wo die Leute sich waschen, wurde nicht klar, aber hoechstwahrscheinlich im Fluss im ca. 1h entfernten Tal. Um 19 Uhr ist der Tag auch schon vorbei, da nach Einbruch der Dunkelheit nichts mehr geht. Elektrizitaet gibt es nicht.

Bei der Ankunft im Dorf wurden wir noch von einem von Marihuana betaeubten, nicht englisch sprechendem Guide namens "Trust" (*lach*) auf einer zweistuendigen Wanderung zum Wasserfall gefuehrt. Dass auf diesem Weg keiner abgestuerzt ist, grenzte fast an ein Wunder. ;) Auf dem Rueckweg kamen wir in den Genuss, den Sonnenuntergang ueber den Berggipfeln zu bewundern - fuer Romantiker wie mich liess der natuerlich das Herz hoeher schlagen. Bei dieser Gelegenheit lernte Trust auch sein erstes deutsches Wort von mir, welches er danach 100x wiederholte: "Wunderschoen!" :)

Nach versuchten Kochaktionen im Dunkeln und einem wieder romantischen Lagerfeuer bezogen wir schon um 9 Uhr unser Schlafquartier, in welchem wir uns zu Sechst aneinander kuschelten. Aufgrund der Strapazen des Tages schlief zumindest ich auch recht gut.

Am naechsten Morgen um 7 Uhr ritten wir weiter, dieses Mal allerdings bei strahlendem Sonnenschein, nachdem es am Vortag zwischendurch geregnet hatte. Da nicht immer alle Pferde gleich schnell waren, entstanden zwei Gruppen. Gluecklicherweise gehoerte mein Pferd zur schnelleren Sorte, so dass kurz vor der Ankunft am Pferdehof sogar ein 20-minuetiger Galopp drin war, damit ich auch ja nicht ohne Rueckenschmerzen nach Hause gehen musste. ;) Zwei Pferde brachen am finalen Anstieg sogar noch zusammen, denn der Weg war einfach too much fuer manche. Im Nachhinein ist die Strecke eigentlich Tierquaelerei gewesen, vor allem, weil die Tiere auch nix auf den Rippen hatten.

Vollkommen fertig mit der Welt, aber mit vielen wunderschoenen landschaftlichen Eindruecken fuhren wir am Sonntag um 15 Uhr wieder nach Hause.






Fazit: Tolle Gruppe, wunderschoene Landschaft, nette Einheimische, arme Doerfer und eine insgesamt anstrengende, aber lohnenswerte Reise.

Montag, 22. Oktober 2007

Oktoberfest, Hauptstadt und Elefanten

Hinter mir liegt ein ereignisreiches Wochenende!
Am Freitag waren wir nach der Arbeit beim Siemens-Oktoberfest, wo es echt deutsches Essen und tschechisches Bier gab. Die Stimmung war super, bei einem Kunden sogar so gut, dass er sich kurz vor Mitternacht zu einem Totalstrip auf den Biertischen hinreissen liess... :D
Am Samstag sind Linda und ich in die Hauptstadt Pretoria gefahren, waren allerdings nicht so hingerissen. Im Zentrum sind wir mal praeventiv nicht ausgestiegen, weil dort wirklich nur Schwarze rumliefen. Schliesslich haben wir die Union Buildings ueber der Stadt und die Botschaftsarea entdeckt, die dann doch noch ganz nett waren. Ausserdem ist die Stadt momentan von lilafarbenen Baeumen uebersaeht, was auch ein ganz nettes Bild ist. Ansonsten besticht Pretoria nicht so mit Schoenheit.
Daher sind wir nach einer Stadtrundfahrt in eine Mall gefahren, wo wir zufaellig unsere am Abend zuvor kennengelernten Suedafrikaner getroffen haben, die uns ein bisschen in die suedafrikanische Esskultur eingefuehrt haben und uns kiloweise von einer Delikatesse namens Hartwurst (z.B. mit Emufleisch) gekauft haben. Nach einer Irrfahrt zu diversen Sportlaeden auf der Suche nach Rugby-Fanartikeln, die leider restlos ausverkauft waren, sind wir dann in ein Restaurant gefahren, um dort das Rugby WM-Finale Suedafrika-England zu schauen. SUEDAFRIKA IST WELTMEISTER. Welch eine Party!
Sonntags sind wir um halb 6 aufgestanden, um zum 2h entfernten Pilanesberg National Park gefahren, um dort 8h lang mit dem eigenen Auto herumzucruisen und Tiere zu suchen. Gesehen haben wir diverse (siehe Fotos unten). Als ploetzlich ein Elefant vor unserer Nase stand, bin ich fast ausgerastet! ;) Es ist schon was total anderes, einen Elefanten in freier Natur zu sehen als im Zoo. Ist schon ein imposantes Tier! Lustig waren auch die Affen, die einfach am Strassenrand sassen und seelenruhig Laeuse suchten, waehrend wir sie beobachteten. Sehr gechillt, unsere Vorfahren! Raubkatzen haben wir leider nicht gesehen, aber das ist auch auessert unwahrscheinlich in diesem Park. Dafuer muessen wir dann bei Gelegenheit mal in den Kruger Park fahren.
Insgesamt ein SEHR gelungenes Wochenende!!!
Auf dem Pseudo-Oktoberfest von Siemens mit Martin, Steffen, Dirk und Linda


Vor den Union Buildings in Pretoria mit Blick auf die Hauptstadt Suedafrikas

Unsere neuen suedafrikanischen "Buren"-Freunde Garet und Sydney vor dem Rugbyfinale gegen England

Zebras im Pilanesberg National Park direkt am Strassenrand

Der Elefant!!!

Zwei von vielen Nashoernern

Unsere Vorfahren am Strassenrand liessen sich nicht von unserer Anwesenheit stoeren

Freitag, 19. Oktober 2007

Language and traffic

Language
Ja, das mit der Sprache ist hier in Suedafrika schon irgendwie was ganz besonderes:

Die Weissen sprechen oft Afrikaans, das ist so eine lustige Mischung aus Hollaendisch, Englisch und Deutsch. Aber primaer Hollaendisch. Kann man irgendwie nicht so ganz verstehen.

Die Schwarzen sprechen untereinander Zulu, das ist definitiv undefinierbar und nicht zu verstehen.

Ja, und Englisch sprechen alle. Ob jetzt verstaendlich oder nicht, spielt ja keine Rolle... ;) Die Weissen kann ich in der Regel schon sehr gut verstehen, weil die eher nen englischen Akzent haben. Aber manchmal benutzen die coole Woerter: tschuss ist sehr gaengig, lekker (=nice) gehoert zum taeglichen Sprachgebrauch und heute habe ich auch zum ersten Mal "Danke" (sprich: dooooonki) gehoert. Lustig ist es auch, wenn sie immer ganz laut "ACH!" stoehnen.
Das Englisch der Schwarzen bereitet mir da schon groessere Schwierigkeiten. Die haben so einen krassen Akzent mit ihrem ganzen "R-Gerolle", dass ich mindestens einmal nachfragen muss, bevor ich antworten kann. Neulich habe ich bei der Arbeit mal mit Kunden in Nigeria telefoniert. Danach war ich SO froh, in Suedafrika zu sein, denn diese Menschen habe ich GAR NICHT verstanden!

Traffic
Der Verkehr ist hier wirklich immer wieder eine neue Herausforderung. Erst mal fahren die ja alle auf der rechten Seite, aber das ist nicht so schwer zu meistern. Aber dann fahren die echt, wie sie wollen. In der Stadt ist 60 die Maximalgeschwindigkeit, aber die meisten machen einfach mal 100 draus. Besonders verhaltensauffaellig sind die Mini Taxis, so kleine Busse, die bis zur Decke voll mit Schwarzen beladen sind. Diese fahren ohne Ruecksicht auf Verluste nach dem Motto: "Macht ja nix, wenn an der Kreuzung rot ist und von links und rechts andere Autos fahren, immer drauf aufs Gaspedal!" Ich habe z.B. auch schon erlebt, dass die auf der Landstrasse auf den mit Schlagloechern uebersaehten Lehmpisten einfach am Stau vorbeigerauscht sind - und das mit definitiv ueberhoehter Geschwindigkeit.

Ausserdem muss man beim Autofahren einige Sicherheitsvorschriften beachten:
- Alle Tueren muessen zu JEDER ZEIT verschlossen sein, damit man nicht ueberfallen wird.
- Taschen duerfen NIE sichtbar im Auto liegen, da es sonst so aussieht, als gaebe es was zu holen.
- Nachts faehrt man in der Regel ueber rote Ampeln, damit man nicht stehenbleiben muss.
- Man sollte immer an einer Ampel genug Abstand zum Vordermann lassen, um im Ernstfall noch schnell vorbeifahren zu koennen.
Wenn man sich aber an diese Regeln haelt, lebt es sich ziemlich ungefaehrlich.

Plans
Dieses Wochenende werden wir uns wahrscheinlich Pretoria anschauen und in einen groesseren Nationalpark fahren, wo alle Big 5 (Elefant, Loewe, Leopard, Nashorn und Bueffel) zu sehen sind, wenn wir Glueck haben. Und natuerlich ist am Samstagabend das grosse WM-Finale Suedafrika gegen England. Ich habe heute schon ein tolles Abziehtatoo von meinem Kollegen bekommen, damit ich die "Springboks" gebuehrend anfeuern kann.

Wuensche euch ein schoenes Wochenende! Und: Danke fuer die ganzen Mail, Kommentare und Anrufe (ja, man kann mich fuer 11 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz auf meiner Handynummer hier anrufen --> Wink mit dem ganzen Zaun! ;) ), ich freue mich jedes Mal sehr darueber. Ihr seid meine Oase! ;)

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Weekend and other news

Das erste Wochenende liegt nun schon laengst hinter mir und es ist Zeit, euch mal wieder ein Update zu geben. Nachdem ich am Samstag im Shopping Center in Johannesburg die Kreditkarte ordentlich habe dampfen lassen, haben wir abends den Tag mit einem Nachtlager in Steffens HAUS und einer Partie abgeschlossen.

Als wir dann irgendwann ins Bett gehen wollten, fing es an: Unser erstes Gewitter! Wer sich jetzt fragt, was denn daran so spektakulaer ist, hat noch nie ein suedafrikanisches Gewitter erlebt. 3h lang schuettete es ununterbrochen wie aus Kuebeln, dazu kamen alle paar Sekunden heftigste Donner- und Blitzschuebe, die die Nacht zum Tage machten. Der Einzige, der von diesem Naturschauspiel total begeistert war, war Steffen, wir anderen hatten eher unter dem Flachdach des Hauses etwas... Angst.


In den darauffolgenden Tagen verging auch kein Tag ohne Gewitter. Vorgestern fiel dann fuer 2,5h einfach so ohne Vorwarnung der Strom aus, was mich dazu veranlasste, um 20 Uhr ins Bett zu gehen, weil ich einfach ohne Strom nichts machen konnte.

Erstaunlicherweise ist aber am Tag nach dem Gewitter der Himmel strahlend blau und die Sonne scheint, wie sie nur kann. Mellie und ich haben aufgrund des guten Wetter beschlossen, zum See zu fahren und die Wakeboarder zu bewundern...
War schon cool dort. Endlich war es mir vergoennt, in diesem Jahr noch einmal die Sonne zu sehen. Bin ganz stolz, dass ich ohne Sonnenbrand davon gekommen bin... :)
Wir werden vielleicht dieses Wochenende auch mal Wakeboarden gehen. Es koennte zwar etwas peinlich werden, aber die anderen haben das ja auch alle geschafft. Somehow...
Ja, am Sonntagabend fand das grosse Spektakel statt: Halbfinale der Rugby-WM: SUEDAFRIKA - ARGENTINIEN! Wer mich zumindest ein kleines bisschen kennt, wird wissen, dass die einen riesigen Interessenskonflikt darstellte. Letztendlich habe ich mich dann aber dafuer entschieden, zu Suedafrika zu halten, was eine gute Wahl war, das sie gewonnen haben und nun am Samstag im Finale gegen England spielen. Die Stimmung war super! Wir waren circa 20 deutsche Praktikanten und 3 Suedafrikaner, die aber quasi die ganze Stimmung gemacht haben, weil von uns keiner das Spiel so RICHTIG verstanden hat. ;)

Da mich einige immer wieder fragen, wie ich denn nun wohne, will ich das an dieser Stelle auch noch mal kurz erwaehnen. Aaaaaalso, ich wohne in der Cecilia Lodge, das ist eine Art Siedlung, die von einem grossen, automatischen Gate abgetrennt ist. Die jeweiligen Haeuser sind ebenfalls mit zusaetzlichen Zaeunen getrennt. Genauso wie alle Fenster. Hat ein bisschen Gefaengnisstyle, aber wenigstens fuehle ich mich dort sicher. Der letzte Einbruch ist wohl schon laenger her. Gluecklicherweise wohne ich ja nicht alleine, was mir persoenlich noch mal ein zusaetzliches Sicherheitsgefuehl gibt. Mein Zimmer ist schon ziemlich klein, aber ich darf das Wohnzimmer auch mit benutzen, sollte ich mich zu eingeengt fuehlen. Meine Vermieterin kenne ich erst seit Samstag, aber sie ist sehr nett und gespraechig. Die Hauskatze Hagar ist aeusserst fett und faul. Die schreit so lange, bis man ihr das Tor aufmacht, schliesslich kann sie mit ihrem korpulenten Koerper nicht durch das Gitter...
Ansonsten hangele ich mich bisher eher so von einem Tag zum naechsten. So viel kann man halt nach der Arbeit nicht machen, da es immer sehr frueh dunkel wird. Ich war bisher wirklich fast jeden Abend im Restaurant, weil das einfach so unglaublich billig ist.
Ich bin auch noch gerade mit dem guten Philipp (an dieser Stelle verweise ich auch auf sein lesenswertes Blog http://philippgoesindia.de/) an meiner Internationalen Projektarbeit zum Thema "Private Equity" am werkeln, aber wir befinden uns in der finalen Phase.
Bald schreib ich mehr. Muss mal wieder an die Arbeit!
Liebste Gruesse! Ihr fehlt mir alle!

Freitag, 12. Oktober 2007

Es reißt auf!!!

Ja, das tut es tatsächlich. Bis gestern war es arschkalt fuer suedafrikanische Verhaeltnisse, aber heute morgen gucke ich aus dem Fenster und SCHWUPS, war die Sonne da. Nun geht's wettermäßig nur noch bergauf, sach ich euch! Juchuuu! Dann muss nur noch ein Auto mit Klimaanlage her und ich kann ein erfuelltes Leben fuehren. Naja, fast...

Mein Auto
Aber a propos Auto... Das spinnt ja echt ein bisschen. Morgens, wenn die Nacht kalt war, springt es nämlich erst mal gar nicht an. Bis ich den Motor ans Laufen kriege, vergehen diverse Zuendungen. Dann hab ich den Motor irgendwann endlich an und freue mich schon extrem, aber dann, ja DANN haue ich den ersten Gang rein (so leicht kuppeln laesst es sich naemlich nicht) und will anfahren. An sich ja ein Kinderspiel. Aber nicht so beim fabrikneuen Chico. So viel ich auch mit Gas und Kupplung rumspiele, das Ding wuergt IMMER ab. Doch kurz vor der endgueltigen Resignation hat er dann doch meistens ein Einsehen mit mir und schießt geradzu aus dem Tor raus, welches ich natuerlich zuvor schon des Öfteren wieder öffnen musste, weil es nach einiger Zeit wieder automatisch schließt, damit keine bösen Gangster reinkommen. Ja, soviel zu meinem Auto. Es ist jedes Mal wieder ein Abenteuer...

Die Arbeit
Die Aussage "Es reisst auf" war natuerlich auch metaphorisch gemeint. (Was HABE ich in der Schule in Deutsch gut aufgepasst!!! :D ) Bei der Arbeit scheint nämlich nun auch einiges auf mich zuzukommen. Die haben tatsächlich viel Arbeit, nur muessen momentan anscheinend eher mal mit sich selbst klar kommen. Ich soll demnächst eine lange lange Liste von Kunden in ganz Afrika anrufen, mich nach ihren Wuenschen erkundigen und sie zumindest oberflächlich beraten. Mehr ist im Rahmen meiner IT-Kenntnisse wohl auch nicht drin. Ich darf dann auch Produkttrainings fuer unsere Partner organisieren. Ach ja, ich vergaß nämlich zu erwähnen, dass ich wider Erwarten im Marketing gelandet bin, speziell im Produktmarketing. Gut, dass Marketingpraxis I so bravourös gemeistert habe! *hust* Nee, aber das wird sicher gut. Vor allem, weil die Leute auch alle super lieb sind und mir helfen, wo sie nur können.

Celebration times
Gestern hatte die Linda Geburtstag. Sie ist 18d (Originalzitat: "Geistig wie 43 und körperlich wie 17") geworden. Nach einer äußerst amüsanten Fahrt, auf die ich nicht näher eingehen möchte, kamen wir endlich in Lindas Luxusviertel Lonehill an, in welchem sie eine absolute Luxusbude bewohnt. Wir haben ein deliziöses Mahl gezaubert, um danach Ewigkeiten auf die Herren zu warten, die sich ein bisschen mehr Zeit gelassen hatten. Wir haben den Tag mit dem ein oder anderen Gläschen südafrikanischem Wein begossen und dazu einen durchaus niveauvollen Film angeschaut (Rache ist süß, fast so qualitativ hochwertig wie Mean Girls...). Zum krönenden Abschluss des Tages wurde mir die Ehre zuteil, in Lindas Gemächern zu nächtigen. Welch ein Tag!

Prejudice
Zum Ende will ich noch über zwei Klischees berichten, die über Südafrika kursieren und deren Auswirkungen ich hier beobachtet habe:

1. Aids: Man bemüht sich anscheinend um Aufklärung. Zumindest entdeckte ich gestern bei meinem Ausflug auf die interne Firmentoilette eine große Schachtel. Zunächst hielt ich den Inhalt für Taschentücher, wurde dann aber eines besseren belehrt: In der Schachtel befanden sich Kondompackungen...

2. Schwarz und Weiß: Die erschreckende Kriminalität zeigt nun ja schon zu Genüge, dass gravierende Unterschiede nach wie vor bestehen. Aber damit nicht genug. Ich bin nun schon des Öfteren an Kreuzungen vorbeigefahren, an denen Schwarze nicht nur Dinge wie Schirme, Kappen usw., sondern SICH SELBST zum Verkauf anboten. Sie trugen Schilder mit der Aufschrift "FOR SALE"!!! Steffen erzählte gestern des Weiteren, seine Vermieterin habe ihm bzgl. des schwarzen Gärtners auf ihrem Grundstück gesagt: "You own him." Hierzu muss, denke ich, nicht mehr viel hinzugefügt werden...

Das war das Wort zum Freitag!

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Some photos...

Heute war ich so schlau und habe mir meine Fotos auf dem USB-Stick mit zur Arbeit gebracht, um mich etwas zu beschaeftigen. Daher kommt ihr nun in den Genuss meiner fotografisch festgehaltenen Eindruecke...

Here you go...

Vor dem Abflug in Duesseldorf mit meiner Mama und meinem vom Marathon gezeichneten Bruder

Mit Linda in Dubai vor dem 7-Sterne Hotel Burj al Arab

Im Persischen Golf.......


So haben wir unsere letzten Dirham auf den Kopf gehauen. Allerdings haben die Scheiche komische Burger, die nicht so wirklich schmecken. Aber der Hunger treibt'ss rein. ;)


Gaehnende Leere im Emirates Flieger nach Johannesburg wenige Minuten vor dem Abflug



Blick aus meinem Fenster in Midrand. Hinten sieht man meinen kleinen roten Flitzer, den VW Chico, der morgens mehrere Anlaeufe braucht, um anzuspringen, obwohl er erst 70km drauf hat... Danach geht er aber umso mehr ab. :)


Gestern mit Steffen und Martin beim Pizzaessen und Gedankenaustausch mit echtem Windhoek Lager Bier und einem ausgezeichneten Service

Mittwoch, 10. Oktober 2007

First impressions...

Hallooooooo!!!

Seit vorgestern, 20:40 befinde ich mich auf suedafrikanischem Territorium. Bis dahin war es aber ein weiter und anstrengender Weg.

Nachdem ich auf dem Flug von Duesseldorf nach Dubai erst mal gar nicht geschlafen habe, war ich bei der Landung um 5:30 ziemlich zermatscht. "Zum Glueck" (Achtung, Ironie!) war es aber zu dieser Uhrzeit schon 30 Grad, also hatte ich direkt mal ordentlich Kreislauf, wie sich das gehoert... Zunaechst haben wir mal fuer 15 Euro mit dem Taxi eine Stadtrundfahrt gemacht, die "wunderschoene" (hahaha) "Altstadt" (ca. 15 Jahre alt) besichtigt und uns dann irgendwo zwischen den ganzen Wolkenkratzern absetzen lassen. Naja, viel war da nicht los, zumindest nicht fuer Fussgaenger... In Dubai ist eigentlich nur Verkehr und Fussgaenger haben ein schweres Leben, wenn nicht zu sagen, sie koennen eigentlich gar nicht existieren. Nach dieser Erfahrung haben wir beschlossen, mal das 7-Sterne Hotel aufzusuchen, noch mal fuer 10 Euro. Da das alles wie ein Hochsicherheitstrakt abgesichert ist, sind wir zum Strand gewandert und besser gesagt geschlichen, denn die Hitze wurde immer unertraeglicher (zumindest wenn man mit Jeans und T-Shirt und nicht halbnackt rumrennt). Das war mal cool! Total klares und warmes Wasser. Leider hatten wir keine Schwimmsachen mit, so dass nur unsere Fuesse baden gehen durften. Um 10 Uhr war es dann so heiss, dass wir zum Flughafen zurueck sind, wo wir den Rest der Zeit rumgehangen haben.

Auf dem Flug nach Johannesburg war das Flugzeug hoechstens zu einem Sechstel besetzt, so dass wir jeder eine Reihe fuer uns hatten. Luxus pur!!! Emirates hat eh den besten Service, den ich je erlebt habe.
Am Flughafen wurden wir jeder von einem Fahrer abgeholt und in unsere Wohnung gebracht. Ich wohne in einem Komplex, der durch ein grosses Tor gesichert ist. Das Haus selbst ist dann noch mal durch diverse Gitter abgeschlossen. Die Kriminalitaet ist halt allgegenwaertig. Mein Zimmer ist relativ klein, aber hat zumindest ein grosses Bett. :) Ich wohne mit Melanie, einer anderen Deutschen, zusammen, die momentan bei Bosch arbeitet. Die Vermieterin Glynis ist gerade im Urlaub, aber wohl ganz ok, nur etwas nervig.

Gestern wurde ich von einem Fahrer abgeholt und zur Arbeit gefahren. Ich habe einen Minischreibtisch, weil nichts anderes frei ist und meine Aufgaben wurden bislang auch noch nicht konkretisiert. Sitze hier also wie bestellt und nicht abgeholt. Die Leute sind aber zumindest alle sehr freundlich und hilfsbereit. Ich habe auch gleich gestern mein Auto bekommen, einen kleinen roten VW Chico, der nur 70km drauf hatte. Das Ding hat aber tatsaechlich KEINE Klimaanlage!!! Spaetestens wenn es heisser wird, werde ich mal anfragen, ob ich da nicht was anderes kriegen kann, sonst drehe ich, glaub ich, durch! Habe keine Ahnung, was sich die Leute von FSC dabei gedacht haben.

Nachmittags bin ich mit Mellie zum Supermarkt gefahren und habe mich ordentlich mit Essen eingedeckt. Ausserdem habe ich jetzt eine suedafrikanische Nummer (0027-74/1864181), unter der ich jetzt ausschliesslich zu erreichen bin. Habe mich auch fuer 12 Euro im Monat im Fitnessstudio angemeldet, denn mit sonstigem Sport sieht es aufgrund der Sicherheitslage eher schlecht hier aus. Zuerst wollten die mich im Fitnessstudio ordentlich abzocken, aber ich habe dann ("just because you guys are so nice" laut dem Consultant) auf den Preis runtergehandelt. Zum Abschluss des Tages waren wir abends Steaks essen - lecker!!!

Insgesamt sind meine ersten Eindruecke hier sehr positiv. Die Leute sind alle extrem freundlich, hilfsbereit und sehr serviceorientiert. Meine Mitbewohnerin und die anderen deutschen Praktikanten, die ich bislang kennen gelernt habe, sind ebenfalls sehr nett. Ich habe nur noch einige Orientierungsschwierigkeiten (nein, NICHT, weil ich eine Frau bin!!!), denn es ist schon nicht einfach, sich in einer voellig unbekannten Stadt im Linksverkehr zurecht zu finden. Aber das wird schon! Immerhin habe ich heute Morgen den Weg zur Arbeit ganz alleine gefunden. (okay, ich gebe zu, ich bin ihn gestern Abend mit Mellie noch mal abgefahren... ;) )

Natuerlich gaebe es noch viel mehr zu erzaehlen, aber das soll erst mal reichen. Fotos von Dubai sind im studiVZ, andere folgen, wenn ich die Gelegenheit dazu habe. Zu Hause habe ich naemlich leider kein Internet... :(

Also, macht es gut und meldet euch mal!
Eure Andrea

...Update um 14:18... Freunde, mir is et wirklich langweilig! Ich habe echt nix zu tun. Anscheinend fuehlt sich aber hier auch keiner verantwortlich! Wenn ich koennte, wuerde ich einfach nach Hause fahren und was essen, denn in die Kantine scheint auch keiner zu gehen. Ich dreh echt am Rad!!! Anscheinend sind alle so busy, aber ich bitte euch, 5min wird man sich ja wohl nehmen koennen?!!!? Die entschuldigen sich zwar immer, wenn ich mal frage, aber so richtig hilft mir das auch nicht weiter. Grrrrr...

Sonntag, 7. Oktober 2007

All my bags are packed

...I'm ready to go. Ja, der Koffer ist soweit gepackt mit sagenhaften 18kg. Seit gerade habe ich mich nun auch von den meisten Leuten verabschiedet und jetzt fehlt quasi nur noch der Weg zum Flugzeug. Okay, mein Handgepäck sollte ich vielleicht auch noch packen, aber sonst...?

Da bin ich doch mal so gechillt, dass ich morgen noch glatt zum Köln Marathon fahre und mir ansehe, wie mein Bruder sich über 42,195km quält. :)

Heute Abend treffe ich mich schließlich mit Linda und Steffen am Düsseldorfer Flughafen, von wo wir zunächst nach Dubai fliegen. Dort haben wir 8h Zeit, um uns die Stadt anzuschauen, bevor es nachmittags weiter nach Johannesburg geht. Der Plan ist, dass mich dort ein Fahrer abholt und zu meiner Wohnung in Midrand bringt. Ich hoffe, ich komme dort auch an... ;) Am Dienstag werde ich direkt ins kalte Wasser geschmissen, denn um 9 Uhr muss ich zur Arbeit antreten. Glücklicherweise beträgt die Zeitverschiebung nur 1h, denn sonst wäre ich höchstwahrscheinlich tot (was ich wohl auch so sein werde). Die Teamassistentin, die mich abholt meinte zu mir, sie würde mich "erst" um 9 abholen, damit ich "ausschlafen" könnte. So'n Witz!

Wie dem auch sei, etwas "sentimental" bin ich schon, euch zu verlassen, aber ich freue mich total auf das Unbekannte, das es nun zu erforschen gilt. Meinen "Siemensfreunden" im Ausland wünsche ich viele tolle Erfahrungen und allen anderen viel Spaß zu Hause. Schreibt mal ordentlich und vergesst mich nicht, denn ich komme schneller als es euch lieb ist wieder, darauf könnt ihr euch gefasst machen.

In diesem Sinne: Macht et jut!

Dienstag, 2. Oktober 2007

Ich packe meinen Koffer und nehme mit...

Jo, heute fang ich mal mit dem Kofferpacken an, habe ich beschlossen. Vor dem Jahr in Argentinien habe ich viel zu spät damit begonnen und musste noch Sekunden vor der Abfahrt zum Flughafen 6 kg auspacken wegen Übergewicht. Das erspar ich mir lieber dieses Mal. (Mit dem Alter kommt die Reife... ;) )

Ich habe nur echt Angst, dass ich irgendwelche wichtigen Dinge vergesse. Bitte schreibt mir mal, was man auf keinen Fall vergessen darf! Okay, es ist ja jetzt auch nicht so, dass es in Südafrika keine Geschäfte gäbe, aber trotzdem... ;)

So, chau ich bin raus